Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
„Deutschland, siehst du das nicht…?“
Am Freitag, den 24. April 2026, besuchten die Oberstufenkurse des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasium Bayreuth eine besondere Aufführung der Gruppe OPUS 45 im Zentrum Bayreuth. Unter dem Titel „Deutschland, siehst du das nicht …?“ wurde der Untergang der Weimarer Republik in den Jahren 1929 bis 1933 eindrucksvoll dargestellt. Schon nach kurzer Zeit wurde klar, dass uns kein normaler Konzert- oder Theaterbesuch erwartete. Die Darbietung verband live gespielte Musik eines Bläserquintetts mit gesprochenen Texten, vorgetragen vom Schauspieler Roman Knižka. Die Musik sorgte für eine besondere Stimmung im Saal: mal eindringlich und bedrohlich, mal leichter und fast trügerisch – und immer sehr unmittelbar.
Die Mischung aus Musik und Texten war zunächst ungewohnt, wirkte aber schnell überzeugend. Nach und nach entstand ein Bild dieser Zeit, in dem politische Ereignisse, persönliche Stimmen und gesellschaftliche Stimmungen zusammenkamen. Stücke von Kurt Weill oder Paul Hindemith trafen auf Texte von Kurt Tucholsky, Erich Kästner oder Sebastian Haffner. Es wurde deutlich, wie politisch aktiv Schriftsteller und Komponisten damals oft waren. Besonders eindrucksvoll waren die Zitate aus Reden und Tagebüchern von Joseph Goebbels und Adolf Hitler. In diesen Momenten wurde es im Saal sehr still. Die Texte zeigten deutlich, wie gezielt Menschen beeinflusst wurden – und wie gefährlich das war.
Auch im Publikum war die Wirkung zu spüren. Trotz des anspruchsvollen Inhaltes hörten die meisten Schülerinnen und Schüler aufmerksam zu. Allerdings waren einige Passagen etwas lang geraten, sodass die Spannung zwischendurch nachließ. Rückblickend war das Programm, vor allem durch die chronologische Abfolge der einzelnen Teile, jedoch gut zusammengestellt. Im Gedächtnis bleibt neben der Darstellung vor allem, wie aktuell das Thema ist. Beim Zuhören entstand immer wieder der Eindruck, dass es ähnliche Entwicklungen auch heute gibt. Insgesamt war der Besuch eine intensive und ungewöhnliche Erfahrung. Die Aufführung zeigte, wie wichtig es ist, sich mit der Vergangenheit zu beschäftigen, um die Gegenwart besser zu verstehen.
Ein herzlicher Dank geht an die Oberfrankenstiftung und das Historische Museum Bayreuth für ihre großzügige Unterstützung.
Theresa Baumgartner (Q12)

