Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
„Gesprächsstoff“: Metapher beim Wort genommen
Die Klasse 9a druckte sich was aufs T-Shirt. Das ist per se noch nicht bemerkenswert. Was auf die Shirts mit welcher Intention kam, aber schon. Daher eine kurze Genese des Projekts:
Zunächst suchten sich die jungen Leute Gedichte, die sie emotional ansprechen, aus. Verschiedene Möglichkeiten, wie man analog oder digital zu lyrischen Texten kommt, wurden im Deutschunterricht erläutert. Die gewählten Texte stammen aus unterschiedlichen Kontexten und kulturellen Zusammenhängen. Im Kunstunterricht thematisierten die Schülerinnen und Schüler die Wirkung und Bedeutung von unterschiedlichen Fonts. Es wurde klar, dass Schrift eben nicht gleich Schrift ist, sondern auch ein Mittel der Kommunikation ist, also „Gesprächsstoff“. Die Neuntklässler machten sich Gedanken, welcher Font zu ihrem jeweiligen Gedicht und v.a. zu den Emotionen, die das Gedicht jeweils weckte, passen könnte. Die Ergebnisse wurden professionell auf weiße T-Shirts, also Stoff, gedruckt. So entstand eine neue Form von Ausstellung, die hoffentlich zu vielen Gesprächen Anlass geben wird, selbst wieder „Gesprächsstoff“ sein kann. Dieses Projekt ist ein Beitrag des Markgräfin-Wilhelmine-Gymnasiums, das dem Netzwerk SORSMC angehört, zur kommenden „Interkulturellen Woche“, die allerdings erst im nächsten Schuljahr stattfindet. Im Zuge dessen hat die Stadt Bayreuth freundlicherweise die Druckkosten für die T-Shirts übernommen, wofür wir uns an dieser Stelle herzlich bedanken. Die Shirts selbst stammen aus dem Privatbesitz der Schülerinnen und Schüler. So mussten keine neuen Kleidungstücke angeschafft werden, stattdessen erfährt bereits Gebrauchtes eine Aufwertung.
Das Projekt erfüllt zum einen die Kompetenzerwartungen, die mit dem Profilbereich am Musischen Gymnasium verbunden sind, da die Schülerinnen und Schüler damit, wie es im Lehrplan heißt, „ihre Kenntnisse und Fähigkeiten im Bereich des Gestaltens und der ästhetischen Bildung, […] im Hinblick auf das fächerverbindende Arbeiten“ erweiterten, indem sie im Rahmen einer „produktive[n] Auseinandersetzung mit […] Texten“ tätig wurden. Zum anderen weist es über reine „Ausgestaltung des schulischen Lebens“ hinaus, da wir im Herbst damit auch Teil der Stadtgesellschaft werden.
Dr. Stefan Mayer
Maresa Olschner

