Berichte
aus dem Schulleben und den Fachbereichen
Teen Court
Auf das Projekt „Teen Court“ wurde ich aufmerksam, als es bei uns im Unterricht vorgestellt wurde. Da mich die Idee sofort begeistert hat, habe ich meine Bewerbung direkt im Anschluss eingereicht. Schon kurz nach der Abgabe wurde ich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen und erhielt erfreulicherweise wenig später die Zusage.
Dann ging es auch schon richtig los: Es folgten fünf spannende Ausbildungstage für uns insgesamt 26 angehende Schülerrichterinnen und Schülerrichter. In den ersten drei Tagen erhielten wir eine intensive Schulung im sozialpädagogischen Bereich durch Tamara Kellner, die uns bei all unseren Aufgaben rund um den „Teen Court“ begleitet und uns stets unterstützend zur Seite steht. Zu den behandelten Themen gehörten unter anderem die richtige Gesprächsführung, aktives Zuhören sowie verschiedene Kommunikationsstrategien. Außerdem haben wir uns mit verschiedenen Kriminalitätstheorien auseinandergesetzt und bekamen eine sehr interessante Einführung in die juristischen Grundlagen durch Herrn Oberstaatsanwalt Zuber und die ehemalige Jugendstaatsanwältin Frau Weiß von der Bayreuther Staatsanwaltschaft.
Natürlich haben wir auch den genauen Ablauf einer Gremiumssitzung besprochen, bei der stets drei Schülerrichterinnen oder -richter gemeinsam mit einer oder einem Beschuldigten anwesend sind. Wichtig ist dabei, dass die beschuldigten Jugendlichen der Teilnahme am „Teen Court“ im Vorfeld freiwillig zugestimmt haben. In der Sitzung besprechen wir die Tat dann gemeinsam auf Augenhöhe und suchen nach einer geeigneten Maßnahme, um das Geschehene wiedergutzumachen. Tamara Kellner ist bei diesen Gesprächen immer dabei und protokolliert den Verlauf.
Nach diesen drei sehr intensiven Ausbildungstagen, die wir auch gut zum gegenseitigen Kennenlernen nutzen konnten, folgten noch zwei Exkursionen. Wir waren sowohl beim Jugendgericht Bayreuth als auch beim Polizeipräsidium Oberfranken zu Gast. Beide Besuche waren äußerst spannend und haben uns wertvolle Einblicke gegeben, an welcher Stelle wir mit unserem Projekt eigentlich im Rechtsverfahren einhaken.
Für mich ist der „Teen Court“ eine einmalige Möglichkeit, mich zu engagieren und unmittelbar etwas zu bewirken. Wir bieten Jugendlichen eine Alternative zum regulären Jugendgericht und helfen ihnen dabei, echte Einsicht in ihre Tat zu gewinnen, um so künftige Straftaten zu vermeiden. Zudem macht mir die Arbeit im Team großen Spaß und das Projekt bietet mir eine tolle Chance zur persönlichen Weiterentwicklung. Inzwischen konnten wir bereits unsere ersten Fälle verhandeln. Diese Erfahrungen haben mich noch einmal darin bestärkt, dass wir durch den „Teen Court“ gemeinsam mit den Jugendlichen wirklich etwas Positives für ihre Zukunft erreichen können.
Eine Schülerin der 10ten Jahrgangsstufe

